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Wildi Frau 'Wandergipfel' 'Chumm mit...'

Im Gegensatz zur Tour vor vier Tagen scheint von Anbeginn an, also bereits in Kandersteg, die Sonne; unter blauem Himmel legen wir die kurze Strecke zur Talstation der Gondelbahn zurück.

 

Nachdem uns diese zur (Bergstation) Oeschinen hochgebracht hat, gönnen wir uns erst mal eine Kaffeepause auf der Restaurantterrasse.

 

Wir schlendern nun - unser Gipfelziel weit und hoch vor uns erscheinend - auf dem noch eher touristischen Weg über P. 1671 zur Abzweigung HeubergP. 1685. Hier beginnt der wrw markierte Weg, welcher alsbald steiler, attraktiv und in 'wilderer' Ambiance uns höher leitet; später nimmt er eher den Charakter einer aussichtsreichen Höhenwanderung an.

 

Konnten wir bereits unterwegs ein erstes Mal aus der Höhe den Oeschinensee erblicken, so zeigt sich dieser, mit famoser alpiner Kulisse vom Aussichtspunkt Heuberg überaus prächtig und fotogen. Entsprechend verweilen wir hier kurz, um die fantastische Kulisse auf uns einwirken zu lassen, bevor wir weiterziehen.

 

Länger über teils gegen den See mächtig abstürzenden Hängen (und Flühen) gewinnen wir im wechselnden Auf und ab, und mit einigen Ausholungen über die zahlreichen Runsen wenige Höhenmeter bis P. 1985, Abeweid. Danach beginnt der gemächliche Abstieg zur Alp Oberbärgli, auf welcher wir beim Berghaus Oberbärgli (oder neu mit 'Bergrestaurant Ober Öschibärgli' angeschrieben) zum zweiten Kaffeehalt einkehren.

 

Definitiv steiler geht's anschliessend hoch - und nebst der Höhe der Weganlage erscheint auch noch der Weg ein weiter - immerhin sind die nachfolgenden beiden Ziele deutlicher erkennbar geworden … (Wir kennen ja die Strecke - sie zieht sich tatsächlich lange dahin, und ist zum grossen Teil auf geröllig-schuttigem Untergrund zurückzulegen.)

Die neue Wegführung (westlich der Holi Flue), welche einen Rutschhang (mit ehemaligem BWW untendurch umgeht), beachten wir heute nicht, sondern folgen einer teils neuen Spur oberhalb des instabilen Geländes. Weiter steigen wir an bis unterhalb von (P. 2411), wo wir unsere ausgiebige Mittagsrast abhalten - sind nun doch unsere weiteren Ziele nochmals näher gerückt.

Im bald nun feinschuttigen Gelände steigen wir weiter an bis zum wbw Abzweig zum Bundstock, welchen ich vor wenigen Tagen mit der ersten Gruppe unter die Füsse genommen habe. Wir ziehen nun jedoch weiter höher, der Felswand entlang, zum Hohtürli.

 

'Noch 7 min zum Ziel' verheisst hier die bekannte Tafel; also erreichen wir in Kürze auf dem Serpentinenweg unser Zwischenziel Blüemlisalphütte; nach Zimmerbezug und einem verdienten Bier brechen wir mit etwas leichterem Gepäck auf zur Gipfeletappe.

 

Es bereitet mir sehr viel Freude, (bereits nach wenigen Tagen wieder) eine Gruppe SACler durch die Gerölllandschaft und Felsen - sehr gut mit wbw Markierungen und Steinmännern gekennzeichnet - hochzuführen; erst mal aufs wieder flache Gletscherplataeu.

Nach diesem - die Wildi Frau nun attraktiv vor uns aufragend - steigen wir wieder steiler an, an Schneefeldern vorbei, zu einem Felsband; dieses wird kraxelnd in einem Felscouloir überwunden.

 

Wieder flacht das gleichbleibend geröllige Terrain ab, und wir erreichen bald die zweite, nur leicht anspruchsvolle Stelle: ein gut gestuftes Band im guten Fels gilt es zu meistern, bevor über ein kurzes Schneefeld zum Schlussanstieg - im Geröll … zum Wandergipfel Wildi Frau aufgestiegen werden kann. Welch fantastische, noch hehre Gletscher- und Gipfelwelt eröffnet sich uns hier - auch heute bin wieder, sind alle, fasziniert davon.

Besonders beeindruckend sind die Nähe der Blüemlisalp, des Morgenhorns mit dem noch in den Kessel des Gamchigletschers sich unterziehenden Morgehorngletschers, wo auch die Gspaltenhornhütte erkennbar ist - wie auch das nahe Gspaltenhorn und Bütlasse, und die etwas entfernteren Schilthorn und Hundshorn.

 

Konzentriert machen wir uns auf den Rückweg, nachdem wir kurz den 'fliegenden Velofahrer' bestaunt haben - Pfiifoltra hat aus Hüttennähe tolle Fotos schiessen können; bei nach wie vor schöner Beleuchtung kehren wir zurück zu Blüemlisalphütte.

Nach kurzem Verweilen auf deren Terrasse verschieben wir uns ins Innere; hier folgt eine weitere Auflage eines selten guten Nachtessens - beste Komplimente an das vorzügliche Küchenteam!

 

Selten habe ich anderntags, am frühen Morgen, schlechteres Wetter erlebt: starker Wind (wohl gegen 50 km|h) und Regen prescht gegen die Hütte - beim späteren Morgenessen (um 7 Uhr) schlage ich ein gemütliches Angehen vor; ab 8.30 Uhr könnten wir uns gemäss Wetterradar auf weniger Niederschlag einstellen …

Tatsächlich trifft diese Prognose teilweise ein - noch weht der Wind nach wie vor heftig, wie wir uns verabschieden und uns zum Hohtürli hinunterkämpfen.

 

Wie erwartet, und von mir in Aussicht gestellt, lässt der Wind mit dem Abstieg in den schuttigen Kessel nach - später sind sogar erste Aufhellungen auszumachen. Bei nun konstant wechselhaftem Wetter, nur leichte Regenfälle und wieder Sonnenschein (was öfters einen Jackenwechsel erfordert), steigen wir direkt ab zum Oberbärgli - nochmals schalten wir hier eine Rast ein, mit längerem Schwatz mit der Älplerin.

 

Hatte ich wetterbedingt ja bereits auf die vor kurzem begangene Variante über den Bundstock zur  Griesalp verzichtet, so nehmen wir nun ab der Alp die Wegführung via (geschlossenem) Underbärgli unter die Füsse.

Dem Fels entlang leitet der BWW attraktiv hinunter, später über Alpgelände sanfter in die Nähe des Oeschinensees; toll, dass wir hier die Sonne einwirken sehen, und die Fründeschnuer aus relativer Nähe betrachten können.

 

Über P. 1723 verringern wir sachte an Höhe und erreichen - mit oft herrlichen See- und Gipfelblicken - Holzbalme; vor Ort mit Höwchrume angeschrieben (mit entsprechender Einrichtung).

Ein kurzer steilerer Abstieg sowie ein längerer Anstieg leitet uns im Feisterwald hoch nach Läger und am Restaurant zur Sennhütte vorbei zu unserem Mittagsrastplatz bei der Strassengabelung auf 1680 m (geradeaus führte es zum Schatthusbode).

 

Auf bekannter Wegstrecke kehren wir zurück zur Station Oeschinen, wo wir wiederum die Gondelbahn nach Kandersteg hinunter besteigen.

 

▲ 1/5 h bis Gondelbahn

▲ ⅞ h bis Heuberg, Aussichtspunkt

▲▼ ⅝ h bis Oberbärgli

▲ 1 h bis Pause unterhalb P. 2411

▲ 1 h 5 min (+5 min Pause) bis Blüemlisalphütte

▼▲ 10 min Hohtürli und zurück

▲ 1 h 5 min bis Wildi Frau Wanderipfel

▼ 55 min bis Blüemlisalphütte

▼ 1 ¾ h (inkl. 1/5 h Pausen) bis Oberbärgli

▼▲ 2 h 35 min (inkl. 35 min Pausen) bis Bergstation Oeschinensee

▼ 1/5 h bis Bahnhof

 

heute unterwegs mit Anna Marie, Beat und Hansuli; (Pfiifoltra bis Hütte)     Tourengänger: Felix, Pfiifoltra, Sabine27